{"id":327,"date":"2011-11-17T10:09:30","date_gmt":"2011-11-17T10:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/?p=327"},"modified":"2013-07-20T11:30:41","modified_gmt":"2013-07-20T11:30:41","slug":"wie-ein-lehrer-zum-johnny-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/?p=327","title":{"rendered":"Wie ein Lehrer zum \u201eJohnny\u201c wird"},"content":{"rendered":"<p><strong>Projekt mit Praktika f\u00fcr P\u00e4dagogen in der Produktion er\u00f6ffnet ganz neue Einblicke in den Berufsalltag<\/strong><\/p>\n<p>Er durfte nicht nur zusehen, sondern er hat richtig mitgeschafft &#8211; mit Hautschutz, Ohrenschutz, Augenschutz. &#8222;Es war toll zu sehen, wie das ist, acht Stunden an einer Maschine zu stehen, den L\u00e4rm auszuhalten, wirklich tausendprozentig funktionieren zu m\u00fcssen&#8220;, blickte Andreas Lima zur\u00fcck und bangte ein bisschen: &#8222;Hoffentlich fahren die Dinger noch.&#8220; Vier Tage lang hat Lima, sonst Lehrer einer Werkrealschule, n\u00e4mlich Traktoren bei John Deere mitproduziert &#8211; als Teilnehmer des von den Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen initiierten Bildungsprojekts &#8222;Lehrerpraktikum&#8220;.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Lima war, wie er sagte, komplett eingekleidet im gr\u00fcnen Arbeitsanzug, &#8222;ein richtiger Johnny&#8220;, wie sich die John-Deere-Mitarbeiter nennen. Nach den vier Tagen in der Fr\u00fchschicht kann er nun seinen Sch\u00fclern genau erz\u00e4hlen, was sie tun m\u00fcssen, um Industriemechaniker zu werden: &#8222;Das war eine Erfahrung wert, jetzt kann ich richtig mit den Sch\u00fclern dar\u00fcber reden&#8220;, zieht er eine ebenso positive Bilanz des Praktikums wie Dieter Wachenfeld von der Ausbildungsleitung von John Deere: &#8222;Auch unser Eindruck ist durchweg positiv&#8220;, so Wachenfeld: &#8222;Wir \u00f6ffnen gerne Lehrern die T\u00fcren und finden das eine supertolle Initiative.&#8220;<\/p>\n<h3>Mit Landespreis ausgezeichnet<\/h3>\n<p>Sie geht zur\u00fcck auf den Arbeitskreis &#8222;Bildung und Wirtschaft&#8220; der Wirtschaftsjunioren. &#8222;Wir wollen damit m\u00f6glichst praxisnahes Wissen \u00fcber die Anforderungen im beruflichen Alltag vermitteln, um den \u00dcbergang von der Schule in den Beruf leichter zu machen und letztlich beide Seiten, Schulabg\u00e4nger wie Unternehmen, unterst\u00fctzen&#8220;, so Andreas Ritter, der Arbeitskreisleiter.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hatte der Arbeitskreis vorwiegend Sch\u00fclerpraktika vermittelt. Aus der Werkrealschule Unterer Neckar kam dann der Gedanke, ob man auch Lehrern Einblicke in die Firmen erm\u00f6glichen k\u00f6nnte. Das griffen die Wirtschaftsjunioren sehr gerne auf, &#8222;denn so erfahren die Lehrer direkt, was ihre Sch\u00fcler sp\u00e4ter in den Betrieben erwartet&#8220;, so Ritter, was der besseren Vorbereitung auf den Berufseinstieg diene. Oft beklagten Ausbilder in Unternehmen, Schulabg\u00e4nger seien nicht ausreichend auf die Ausbildung vorbereitet und h\u00e4tten keine Vorstellung vom Arbeitsalltag. Da seien Praktika f\u00fcr Lehrer der richtige Ansatz, meint Ritter. &#8222;Mein Vater ist selbst Lehrer, der wei\u00df auch nicht, was die Industrie will, deshalb ist das ein guter Ansatz&#8220;, lobt Holger Kaufmann, Landesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Baden-W\u00fcrttemberg, der das Bildungsprojekt &#8222;Lehrerpraktikum&#8220; mit dem Landespreis der Wirtschaftsjunioren auszeichnete.<\/p>\n<h3>Viel authentischer<\/h3>\n<p>Denn nicht nur Lehrer Lima betrat eine neue Welt, als er sich zum &#8222;Johnny&#8220; wandelte. &#8222;Ich habe geschwei\u00dft, ich habe geh\u00e4mmert, mein Kopf hat geraucht, als es um Elektrotechnik ging, aber es hat Spa\u00df gemacht&#8220;, schildert Lehrerin Angelika Scherb ihre Erfahrungen nach f\u00fcnf Tagen bei der MVV Energie AG. Sie habe &#8222;Einblicke gekriegt, was ein Konzern so macht &#8211; und gemerkt, dass ich mich gar nicht auskenne&#8220;.<\/p>\n<p>Auch ihr Kollege Sebastian Beilharz hat &#8222;gemerkt, wie wenig qualifiziert wir Lehrer in Sachen Berufswelt sind&#8220;. Er fand es &#8222;beeindruckend zu sehen, wie so ein Laden l\u00e4uft&#8220;, bilanziert er seine f\u00fcnf Tage bei der Mannheimer Spedition Neska. &#8222;Ein Lehrer, der immer nur vor der Klasse steht, kann viel erz\u00e4hlen \u00fcber das Berufsleben &#8211; ihm fehlt die Authentizit\u00e4t&#8220;, ist auch Johannes P\u00f6ckler sehr zufrieden mit seiner Zeit bei den Pfalzwerken.<\/p>\n<p>&#8222;Er war bei uns sofort integriert&#8220;, so Siegfried Gleich von der Ausbildungsabteilung der Pfalzwerke. &#8222;Es ist ja auch f\u00fcr uns sp\u00e4ter bei der Ausbildung hilfreich, wenn Lehrer fr\u00fch authentische Eindr\u00fccke haben&#8220;, erg\u00e4nzt Hans-Joachim Mayer von der Ausbildungsabteilung der MVV, dass er &#8222;sehr gerne&#8220; dieses Projekt unterst\u00fctzt habe. &#8222;Wir k\u00f6nnen das nur uneingeschr\u00e4nkt bef\u00fcrworten, denn Lehrer spielen bei der Berufswahlentscheidung eine wichtige Rolle&#8220;, fasst J\u00fcrgen Mohrhardt, Bereichsleiter Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar (IHK), zufrieden zusammen; seine Kollegin Cordula H\u00e4de will es in die Pfalz ausweiten. Allerdings machen Lehrer wie Firmenvertreter schnell deutlich, dass das Projekt ein Anfang sei, der ausgedehnt werden m\u00fcsse: &#8222;Aus dem Praktikum m\u00fcssten Praktika werden, denn das Arbeitsleben \u00e4ndert sich so schnell, da reicht es nicht, so etwas einmalig zu machen&#8220;, gibt ein Unternehmer zu bedenken. <em>(Quelle: Peter W. Ragge, Mannheimer Morgen)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekt mit Praktika f\u00fcr P\u00e4dagogen in der Produktion er\u00f6ffnet ganz neue Einblicke in den Berufsalltag Er durfte nicht nur zusehen, sondern er hat richtig mitgeschafft &#8211; mit Hautschutz, Ohrenschutz, Augenschutz. &#8222;Es war toll zu sehen, wie das ist, acht Stunden an einer Maschine zu stehen, den L\u00e4rm auszuhalten, wirklich tausendprozentig funktionieren zu m\u00fcssen&#8220;, blickte Andreas [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-327","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressespiegel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/327","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=327"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/327\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.werkrealschule-unterer-neckar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}