26. Juni 2026 · Kommentare deaktiviert für Sich Respekt zu verschaffen bedeutet nicht, draufzuhauen · Kategorien: Pressespiegel

Den Schülern der Werkrealschule Unterer Neckar wurde ein Gewaltpräventionsprojekt ermöglicht / Es wurden Handlungsalternativen erarbeitet

„Wir wollen mit dem Gewaltpräventionsprojekt an unserer Schule ein klares Zeichen für ein respektvolles, gewaltfreies und achtsames Miteinander setzen“, begrüßte Annika Grefe, die Schulsozialarbeiterin der Werkrealschule Unterer Neckar, rund 70 Schülerinnen und Schüler in der städtischen Turnhalle. Begleitet wird das sinnvolle Präventionsprojekt von der Theaterwerkstatt Heidelberg und dem Verein „Raum der Künste“. Die Theaterpädagogen Yaroslava Gorobey, Sebastian Schwarz und Hauke Weber-Liel starteten in Ladenburg mit dem Stück „Ehrenlos“ sogar mit einer Premierenvorstellung, die sehr gut verlaufen ist.

„Die Schüler waren aufmerksam und sie waren interessiert dabei“, waren sowohl die Schulsozialarbeiterin als auch das Schauspieler-Trio zufrieden mit der Premiere. Die professionelle Inszenierung setzte sich mit den Themen Gewalt und Mobbing auseinander, um die Jugendlichen dazu anzuregen, das eigene Verhalten sowie Konflikte im Alltag kritisch zu reflektieren. Mobbing, Gewalt, Cybermobbing, Homophobie, Familienehre und die neuesten Social-Media-Trends sind Themen, die für Annika Grefe lösungsorientiert angegangen werden müssen. Bestrafungen und Verbote lösen meist keine Probleme – viel wirkungsvoller ist es mit den Schülern Handlungsaktivitäten zu erdenken, die angewendet werden sollen, wenn es erforderlich ist. Auch wird darauf hingearbeitet, die bereits vorhandenen Beratungsangebote anzunehmen, wenn es Probleme in und außerhalb der Schule gibt. Das Theaterstück selbst zeigte realistische Alltagsszenen auf, wie sie in jeder Schule vorkommen können. „Sich Respekt zu verschaffen bedeutet nicht draufzuhauen“, bringt es Grefe auf den Punkt. Sie ist bereits sechs Jahre an der Werkrealschule tätig und sie ist dankbar, dass die Stadt Ladenburg die Schulsozialarbeit konstruktiv unterstützt. „Ich habe einen eigenen Etat in Höhe von 8.000 Euro, so dass wir Projekte wie das Theaterstück „Ehrenlos“ finanzieren können. Nicht jede Gemeinde stellt Mittel für die Schulsozialarbeit zur Verfügung“, sagte Grefe. Gerade die Werkrealschule habe einen hohen Migrantenanteil und Kinder aus geflüchteten Familien bringen gar keine Sprachkenntnisse mit. Dies bringt natürlich Probleme mit sich. Trotzdem müsse der Schulalltag funktionieren, sagte Grefe. Wichtig sei es, junge Menschen frühzeitig für die Problematik von Gewalt zu sensibilisieren und ihre soziale Handlungskompetenz zu stärken. Wenn zu diesem sensiblen Thema ein Projekt angeboten werden kann, habe dies natürlich eine ganz andere Wirkung. „Die Idee wurde von den Schülern gut angenommen“, meinte die Schulsozialarbeiterin.

Der anschließende Workshop wurde ganz bewusst interaktiv gestaltet und die Inhalte des Stücks „Ehrenlos“ in Gesprächsrunden aufgearbeitet. Bei diesen Gesprächen waren auch die Schauspieler dabei, die in aller Regel schnell einen Draht zu den Schülern finden. Hier wurde vertieft, was ein Ehrenmann bzw. eine Ehrenfrau ist. Werte wie respektvolles Verhalten, Zivilcourage zeigen oder für Gespräche offen zu sein, können erlernt und verinnerlicht werden. „Durch die Verbindung von Theater und pädagogischer Arbeit wird ein Zugang geschaffen, der die Jugendlichen auf emotionaler und reflektierender Ebene erreicht“, ist Grefe zuversichtlich, dass die Investition in die Zukunft der Jugendlichen nachhaltig sein wird. In einer Werkrealschule laufe die Schulsozialarbeit anders ab als in einem Gymnasium, lässt die Pädagogin wissen. Das Thema Mobbing, Cybermobbing und Gewalt ist jedoch an allen Schulen existent. „Was ist besser – der Klügere gibt nach oder der Klügere tritt nach“, stellten die Theaterpädagogen am Ende der Aufführung eine Frage, die wohl eindeutig beatwortet werden kann. Diskussionen in der Projektwoche zu diesen und anderen Themen werden in der 6. und 7. Klasse nun im Mittelpunkt stehen – es sei denn, es gibt hitzefrei – was die Schülerinnen und Schüler wohl noch cooler finden könnten. Quelle Text: Axel Sturm, Ladenburger Zeitung, Quelle Bild: WRS Unterer Neckar, Online-Redaktion)

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